Das Fahrrad optimal sichern und Diebstahl erschweren

Das Fahrrad optimal sichern und Diebstahl erschweren

Rund 340.000 Fälle von angezeigten Fahrraddiebstählen jährlich zeigt die amtliche Statistik des Bundeskriminalamts. Experten gehen von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus, da viele Betroffene den zeitlichen Aufwand für eine Anzeige scheuen. Weniger als zehn Prozent der offiziell erfassten Fahrradiebstähle werden aufgeklärt, in Großstädten wie Berlin scheint die Polizei mit anderen Aufgaben ausgelastet. So bleibt einem als Fahrradfahrer im Grunde nur, sein Velo möglichst gut vor Diebstahl zu sichern.

Nicht beim Fahrradschloss sparen

Fahrradklubs und die Polizei empfehlen unisono: Für ein gutes Schloss sollten etwa zehn Prozent des Preises einkalkuliert werden, den das Rad selbst gekostet hat. Durchgehärteter Spezialstahl ist das Material, aus dem gute Fahrradschlösser gefertigt werden. Der Schließmechanismus selbst sollte zudem massiv konstruiert sein. Im Jahr 2017 prüfte die Stiftung Warentest 20 aktuell im Handel erhältliche Fahrradschlösser und vergab dabei nur fünfmal die Note gut. Billige Spiralschlösser nahmen die Tester wegen durchweg katastrophaler Ergebnisse aus früheren Untersuchungen gar nicht mehr unter die Lupe. Am besten schnitten Bügelschlösser ab, auch ein Kettenschloss konnte überzeugen. Bei Preisen zwischen 30 und 160 Euro für die Testsieger zeigt sich: So teuer sind gute Fahrradschlösser gar nicht. Generell spricht auch nichts dagegen, aus seriösen Quellen wie etwa beim Fahrradhändler gebrauchte Schlösser zu kaufen.

Das Fahrrad richtig abschließen

Das beste Schloss hilft wenig gegen Diebe, wenn das Fahrrad unüberlegt gesichert wird. Ein typischer Fehler: Zwar wird das Rad an einen Zaun oder Mast angelehnt, kann aber mitsamt des Schlosses von Kriminellen einfach abgehoben und weggetragen werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) spricht in diesem Zusammenhang von Anschließen anstatt dem eigentlich empfohlenen Abschließen. Der ADFC gibt weitere Tipps zum richtigen Sichern des Rads:

  • Das Rad unterwegs möglichst öffentlich abstellen – Diebe mögen unbeobachtet Plätze.
  • Zubehör wie digitaler Fahrtenmesser, teure Ledersättel oder Steckbeleuchtung mitnehmen und nicht am abgeschlossenen Fahrrad lassen.
  • Bei Elektrorädern den Akku stets abnehmen – die teuren Batterien sind begehrtes Diebesgut.
  • Das Vorderrad gegebenenfalls mit einem zweiten, separaten Schloss sichern. Das Hauptschloss dient für Rahmen und Hinterrad.
  • Zu Hause und am Arbeitsplatz sollte das Fahrrad möglichst in einem geschlossenen Raum, dem gesicherten Hinterhof oder der Tiefgarage abgestellt werden.
  • In Großstädten an Bahnhöfen, an Umsteigepunkten – die Zahl von speziell für Fahrräder gedachte Abstellanlagen wächst kontinuierlich. Diese sollten nach Möglichkeit auch genutzt werden.
  • Auffällige, individuelle Markierungen machen ein Fahrrad unverwechselbar und so für Kriminelle nur schwer verkäuflich.
  • Fahrradcodierung nutzen – dieser Code ermöglicht es Fundbüros, der Polizei und anderen Stellen, Eigentümer wiederzufinden. Zudem schreckt der Code Profidiebe ab, da das Rad eben individuell einem Eigentümer zugeordnet werden kann.

Das Fahrrad wurde gestohlen – was ist zu tun?

Ist das Fahrrad trotz aller Sicherheitsmaßnahmen gestohlen worden, sollte man den Diebstahl bei der Polizei zu melden. Denn zumindest beim Schadenfall daheim oder am Arbeitsplatz ist es möglich, dass die Hausratsversicherung oder eine andere Versicherung greift. Um den Diebstahl bei der Polizei und Versicherung schriftlich anzuzeigen, sind Details wie die Rahmennummer, die Codierung, das genaue Modell und besondere Merkmale nützlich, damit das Rad eindeutig identifizierbar ist.

Es kommt durchaus vor, dass etwa größere Mengen von Fahrrädern als Hehlerware sichergestellt werden. Die Polizei kann diese aber nur dann den rechtmäßigen Eigentümern zurückgeben, wenn eine Anzeige vorliegt. Versicherungen warten üblicherweise einige Wochen ab, ob das Rad nicht doch wieder auftaucht, bevor sie den Schaden regulieren. Sie fragen auch ab, mit was für einem Schloss das Fahrrad wie gesichert war. Übrigens darf ein zufällig wieder entdecktes Rad nicht einfach vom Besitzer mitgenommen werden – denn der neue Eigentümer könnte es gutgläubig erworben haben. Also auch bei solch einem Fall die unbedingt die Polizei einschalten.

Fazit: Vorbeugen ist der beste Schutz gegen Fahrraddiebstahl

Bei der Fülle von Rädern, die in Deutschland unterwegs sind, konzentrieren sich die Kriminellen auf leichte Beute. Wer sein Fahrrad gewissenhaft mit einem guten Schloss sichert und den Ratschläge zur richtigen Schließtechnik und empfohlenen Abstellplätzen folgt, senkt das Risiko eines Diebstahls erheblich. Tritt dennoch ein Schadensfall ein, können sich der Gang zur Polizei und das Melden des Verlusts bei der Versicherung auszahlen. Werbung