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Im Grundwehrdienst der Bundeswehr – Tipps zur AGA – 1. Woche, damit kein Frust aufkommt und man die ersten Wochen gut übersteht.
Hier werden Themen vom Grundwehrdienst sachlich und informativ beschrieben.
Wochenendheimfahrten – wie üblich ist es, dass ich am Wochenende heimfahren darf?
JA! Heim ging es. Wirklich! Ich bin (fast) jedes Wochenende pünktlich gegen Nachmittag am Freitag aus der Kaserne gekommen. Nur so zwei, dreimal, gabs etwas Nachsitzen, weil Stubenappell wieder magischer Staub an den tiefsten Ecken des Bettgestells fand.. Hehe. Witzig sowas..
Grundwehrdienst – Bundeswehr – was empfiehlt sich, für die erste Zeit der Grundausbildung mitzunehmen?
GARNIX! Also. Manchmal findet ihr im Netz solche richtig dicken, langen Zettel. Und ihr glaubt, wenn ihr das liest, dass ihr 3 Monate lang eure Mammi nicht sehen wird. Bullshit. Die lassen euch extra das erste Wochenende immer heim, damit ihr euch daheim ausheulen könnt
Also. Spätestens nach 3 Tagen habt ihr eh eure komplette Ausrüstung und seht dann alle schön Oliv-Grün aus.
Nehmt also erstmal DAS mit, was auf eurer “Einladung” steht. Ich erinnere mich noch an so Zeugs wie Führerschein, Perso, Impfausweis.
An Persönlichem Krempel empfehle ich auch nur das Nötigste. Das hat nen einfachen Grund: Ihr hab kein Platz. In eurem Spint habt ihr nur ein Privatfach. Alles andere an eurem Zeugs müsst ihr unter euer Bett verstecken. Und Uffze haben nen riesigen Spass damit, dass alles was irgendwo nicht grün ist und rausguckt, anzubrüllen. Euch inklusive.
Persönliches Waschzeug. Rasierer. Auch Nicht-Rasierer werden zu Rasierer beim Bund! Bissel Jogging-Klamotten. Unterwäsche. Aber nur nicht zuviel.
Ich kam damals mit nem kleinen Rucksack (das Daypack-Format). Andere kamen an, wie zu ner Kreutzfahrt bewaffnet. Die hätte man mal erleben sollen, wie sie ihr Zeugs unterbringen wollten….
Dennoch: Sogar wir bekamen ein Willkommens-Geschenk. Da befand sich Rasierer, Gel, Duschzeugs und noch was drin. Praline und FHM gabs leider nicht geschenkt. Aber im Mannschaftsheim konnte man sich es dort holen.
Travel Light. Ihr werdet an mich denken.
Wie waren meine ersten Tage im Grundwehrdienst der Bundeswehr? Was kann ich euch als W9-er für die Grundausbildung berichten?
Die erste Woche fand ich purer Horror! Eigentlich wollte ich ja da weglaufen, aber da alle Kameraden das nicht tagen, wär man ja gleich aufgefallen
Empfehlen kann ich mal, dass ihr wirklich wenig Zeugs mitnehmt. Hab aber extra Berichte zu diesem Thema hier verfasst.
Es ging also mal zum Personalien-Ausfüllen. Das war ja alles noch herzlich im vergleich zu den kommenden Wochen. Es brüllte einen zwar jeder an, doch man kannte die Personen ja nicht. Deswegen halt “herzlich”.
Nach dem die Personalien dran waren, gings dann Ausrüstung sammeln. Hoch zur Stov / Standortverwaltung, Krempel packen, Größe messen. Son Zeugs halt. Mit Voller Montur ging dann wieder in die Kaserne. Schon in den ersten Stunden merkte man das, was zum Soldaten-Alltag gehört: Dumm Zeugs labern und WARTEN.. Hehe. Lustige Erinnerungen.
Wer dann meinte, auf der Stube chillen zu könnten, dem wurde mal beigebracht, innerhalb 2 Sekunden von der Stube auf den Lichtflur zuzurennen. So verbrachten wir dann den ersten Tag… Angebrüllt zu werden, Stress pur. Ach, was waren das Zeiten… Maskenball, Kleiderordnung, und soviel zu lernen. Und wenn man es vergas, wieder GEBRÜLL. Klasse…
Die kommenden Tage gings dann ans Eigemachte… Gleich raus aufs Feld. Sportübungen, Waffendrill, Geländemarsch. Geschont wurde man nicht. Nur die etwa 2 h Pro Tag Theorieunterricht konnte man zum entspannen nutzen.
Ihr werdet die ersten 4 Wochen lange Dienst haben, bis 20 – 22 Uhr. Nutzt dann jede Gelegenheit zum schlafen.
Schikane ist normal. Sowas nennt sich Dummfick. Gewöhnt euch dran. Nehmt es nicht zu ernst. Irgendwann wird es lockerer.
Und entweder gingen einem dann die Kameraden auf den Keks und man legte sich wegen jedem Kleinkram an, oder man ertränkte alles in Alkohol.
Denkt dran, euch ABENDS zu rasieren. Frisch rasiert und Tarnschminke vertragen nur die harten – oder die doofen. Zudem hat man morgens keine Zeit. Klamotten abends rauslegen ist clever. Und Schuhe immer so parat stellen, dass bei einem Nachtalarm ihr in 10 Sekunden gekleidet seid.
Übrigens hatte ich nie in meiner Kaserne nen Nachtalarm. Klar, im Biwak. Aber ich hab mich 3 Monate lang gefragt, wann es man Laut nachts wird.
Big Brother halt, nur ohne Kamera.
Egal was. Ich denk, vielen wird es kein Spass machen. Zurückblickend bin ich stolz über die 3 Monate. Ich hab Dinge erlebt, die man als Sessel-furzender Bürohengst nie erleben wird. Das waren Erfahrungen, die man ein Leben lang hat! Frust? Naja. Klar hat man denen. Ist alles nicht so Mammi und Gymansiums-Like, wie man das gewohnt ist. Aber ihr werdet das nie vergessen. Und es hat was an sich!
Grundwehrdienst – Bundeswehr – Informationen zum Inhalt – was wird in dieser Zeit gemacht?
Regelmäßige sportliche Aktivitäten um den Leistungsstand und Ausdauer der soldaten zu verbessern.
Schließt häufig Lauf- und Ballsportarten ein.
Truppengattung übliche Ausbildung mit Handgraten, Pistole, Maschinengewehr, Gewehr. Ich schoß damals
Erlenen von Schutzmaßnahmen vor ABC-Waffen. Schließt das bekannte “ABC-ALARM” ein und das schnelle Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung:
Damit man sich im Gelände zurecht findet. War damals bei mir sehr, sehr interessant und ich hab viel auch ins zivile Leben übernommen, wie man richtig, deutlich und prägnant Leuten etwas erklären kann.
Militärischer Dienst ausserhalb der Kaserne, häufig in Zelten, über mehrere Tage, verbunden mit diversen Übungen. War bei mir sehr fordernd, anstregend aber rückblickend gut!
Wie sichere ich Objekte und Personen? Wie kontrolliere ich? Wie gehe ich Streife? Wann darf ich schießen?
Wie bewege ich mich im Gelände?
Militärische Übungen auf dem örtlichen Übungsplatz / Standortübungsplatz.
Verwundeten-Betreuung, Bergung aus Fahrzeugen, Versorgung von verletzten.
Dieser Punkt wurde in meiner Grundwehrdienstzeit nicht ausgebildet. Ich betrachte dies kritisch, da dies erst stattfinden sollte, wenn Soldaten sich für Auslandseinsätze entschieden haben.
Orientierungsmarsch, Geländemärsche, ..
Feierliches, bei mir damals ausgesprochen gut gemachtes, Bekenntnis, Deutschland zu verteidigen.
Nach Abschluss der AGA, Prüfung der soldatischen Kenntnisse.
Biwak – Kurzbericht und was es in dieser Übung alles geben kann.
Biwak war für mich das Bundeswehr-Adventure-Event der Grundausbildung. Glücklicherweise waren es damals nur 4, statt 5 üblichen Übungstagen – hatte auch für uns komplett gelangt. Montags war Feiertag und am Dienstag gings dann los.
Morgens Ausrüstung packen. Und zwar ALLES! Persönliche Ausrüstung, Wäsche, Schlafsack, Matte, Gerödels, G3, Helm. Also das komplette Spasspaket an Ausrüstung, was man als fleissiger Soldat hat. Natürlich hab ich noch ein paar Spezialsachen mitgenommen – das im anderen Bericht.
Mit Bus gings zum Truppenübungsplatz. Wir hatten richtig schönes Wetter die Tage. Nur am letzten Abend pieselte es, und der Platz verwandelte sich in ne komplette Matschwüste.
Die ersten Stunden gings dann Zeltaufbauen, Gräben ausheben, Verstecke bosseln, Ständer für die Gewehre, Stellungen testweise beziehen. Alles schön gemütlich.
Naja. Das Event-Programm ging dann doch schon zackig los.
Nachtschießen: Schon geil, wenn man so lange angestanden hat, dass der Übungszeitraum vorrüber war und wir dann abbrechen mussten. Kein einziger Schuss von uns gefallen…
Normales Schiessen: Übliches Geballer halt.
Wanderungen: Lustige Wanderungen mit kompletten Gepäck, übliche 10 – 20 km, Verletzten-Transport. Alles Spassiges Zeug, wo man natürlich abends ins Bett fallen würde, wenn man eins hätte.
Schmackhafte Ernährung: So nach ner Hindernissbahn, Marsch und Übungsschiessen isst man irgendwie alles.
Wache: Lustige Einteilung. Nachts hatte unsere Gruppe jeweils: 2 h Feuerwache, 2h Wachposten, 2h Schlafen, 2h Feuerwache, 2 h Wachposten. Optimale Ausgangslage. Wer meint mit 2×2 h Schlaf pro Nacht auszukommen, kann das gerne mal probieren.
Sehen und Hören bei Nacht: Eins der genialsten Dinge, die ich beim Bund mitmachte! Die hatten uns dann nachts auf ne Anhöhe gebracht. Ein Trupp stand so ca nen Kilometer von uns Entfernt im Wald. Jetzt wurde mal da übliche Gepolter mit Pickpot, G3 und Gerödels gemacht. Unglaublich wie laut so ne Gruppe doch so weit entfernt von uns machte. Dann das ganze im Leisemodus..
Es wurd sogar mal Demonstriert, wie laut das Durchladen des G3 ist und welche Möglichkeiten es gibt, das fast Unhörbar durchzuladen. Ich sag nur Stiefel-Klopfen…
Mit nem Blick durch ein RICHTIGES Nachtsichtgerät (nicht diese UV-Restlichtverstärker) verschönte einem man den Abend. Glühende Kippen sieht man damit als leuchtenden Punkt.
Ach ja.. Das war wirklich spassig gewesen
Übliche Wachübungen. Wie man Personen durchsucht.
Dann gabs auch mal das bekannte ALARM: Alles, egal ob am Kacken oder Schlafen in die Stellungen. Oder ABC-Alarm. Auch da alles die Schnüffel-Futz über den Kopf und doof rumstehen.
Wie man Fallen oder Maschendraht (S-Draht) mit 2 Baumstämmen und nem BW-Parka überquert. Wie man Sprengfallen baut. Ja. Wir hatten nen Uffz, der viel Spass mit sowas und auch uns hatte
Was ein Glück das hinter einem zu haben. Es war kacke Anstrengend. Als ich an dem Freitag heim kam, legte ich mich gegen 18 Uhr ins bett und schlief bis um 8 des nächsten Samstages. Aber es war ein erlebnis in den ganzen 3 Monaten!
Was Verpflegung anging, hatten die sich was richtig nettes eingefallen lassen! Die, die Biwak hinter sich hatten, werden sicher lachen. Aber: Es gab morgens Brötchen, Wurst, sogar Butter! Mittags gabs panierte Putensteaks, Reis, Suppe.
Sogar ein BBQ gabs! Jede Gruppe bekam dabei nen Pack Schweinebraten und musste sich mittels gewöhnlichem Bundeswehr-Draht ein Gitter-Rost bosseln. Das war schon sehr lustig gewesen
Ihr kennt ja diesen grünen , plastik-ummantelten BW-Draht. Das ganze auf 4 Hölzer spannen. Erst mal das Plastik abbrenen, gibt das nen geilen Rost.
Suppe haben wir auch uns selbst gekocht. Dicke Kartoffeln, Brühwürfen, Karrotten und dann alle Pickpötte Über nen Ast im Feuer gehalten. Wir hatten viel SPass.
Epak gabs für uns auch. Der letzte Tag gabs dieses Zeug. Ist ungeniessbar. Glaubts mir. Das beste sind die “Panzerkekse “.
Was soll ich mit zum Biwak nehmen? Ausrüstung und Tipps und Tricks für das Biwak!
Was ich euch empfehlen kann: Nehmt eure übliche Anti-Blasen-Kur mit! Nehmt genug Unterwäsche mit und Ersatzzeug, wenn was Nass wird. Auf jedenfall 2 Stiefel, die auch täglich wechseln, damit der Kram ausdünstet.
Damals hätte ich gerne statt diesem Kack BW-Schlafsack nen richtigen Outdoor-Sack mitgenommen. Denkt dran: Der BW Sack hält im Winter nicht warm und im Sommer ist er zu kalt. Deswegen genug Klamotten mitnehmen.
Ne Taschenlampe ist gut. Ebenso Ohropax. Ihr habt immer jemanden, der furzt, Schnarcht. Und das übliche ALARM reisst euch auch nicht so schnell aus dem Schlaf
Die bekannten Panzer-Stopfen / die grünen BW-Schiess-Stopfen eignen sich natürlich auch hervorragend dazu!
Und denkt an das ESSEN! In jeden erdenklichen Fleck habe ich Müsli-Riegel und Dosensuppen reingepackt. Auch empfehlen würde ich euch getrocknete Würste. Halt alles, was sich hält, Wärme oder Kälteunempflindlich ist und den Magen füllt.
Man weiss nie, wann die nächste Mahlzeit kommt. Wir hatten damals Glück. Das muss nich jeder! Und nur am letzten / vorletzten Tag gabs EPAK. Manche Ausbilder erlauben es, andere kontrollieren eure Ausrüstung und wollen nicht, dass ihr was dabei habt. Dennoch: Stopft alles voll, was ihr habt. Wo ihr Platz habt, rein mit Müsli-Riegeln und Schokoriegeln. Ihr braucht Kalorien.
Ich hab mir damals Sogar Dosensuppen mitgenommen und abends am Feuer gemacht. Hat keinen interessiert. Aber gut getan. Die anderen hatten Bier, ich Dosensuppen.
Alkohol würd ich sein lassen. Nehmt was zu Essen mit.
EPAK hält nur einen Tag. Egal was andere Meinen, 48 h kommt ihr damit nicht wirklich aus.
Esbit stinkt und taugt nicht. Ich hätte damals so gerne meinen kleinen Campinggaz Kocher mitgenommen… Wenn ihr dennoch was auf Esbit kocht, denkt dran oft zu wenden. Sonst habt ihr alles verbraten.
Wenn ihr in der Stellung liegt, nehmt euch umbedingt was Wasserdichtes mit. Egal ob ne PE Plane (Baumarkt, 3 Euro, wiegt nix, hält den Bauch im Liegen trocken!), nen Plastikbeutel von ner Mülltonne oder eure Unterlage. Tagsüber ist alles ok, nachts in der Stellung weicht ihr durch und werdet nass.
Grundwehrdienst – Bundeswehr – Behandlung Blasen an Fersen beim Marsch.
GANZ spannendes Thema! Wer hat das nicht?
Zu aller erst mal: Beim Bund habt ihr zwei Schuh-Sorten. Eure Stiefel und eure Turnschuhe.
Die Turnschuhe kann man erstmal in die Tonne treten. Ich kenn da keinen, der keine Blasen in den hatte. Versucht es irgendwie mit “anatomischen Problemen”, dass ihr eure normalen Sportschuhe anziehen könnt. Wenn das immer noch nicht geht, dann verdammt nochmal ZWEI Paar Socken rein!
Für die ganz haarten, nun meine gesammelten Extremo-Tipps gegen Blasen in den Stiefeln und wie man das verhindert:
Wichtig ist auch, dass ihr Mammi sagt, sie soll kein Weichspüler nehmen und wenig Waschmittel. Denn das zieht in eure Haut ein, die Haut schrumpelt und ihr bekommt Blasen. Mein Stuffz hatte uns das mal erklärt. So heut weiß ich es nicht mehr so genau. Aber wenn ihr z.B. nen Marsch vor euch habt, zieht einfach die Socken vom Vortag unter eure grünen Bundisocken.
Egal. War halt so.
Vom Compeed gibt es Blasenpflaster. Die sind sehr gut. Eignen sich aber nur dort, wo sie auch gut halten. An Fersen taugt das garnix. Ich empfehle das, was bei mir gut ging: Desinfektionspray. Ne Sterile Nadel. Alles desinfizieren. Das ganze Wasser mit der Nadel rauslassen. Anschliessend mit einem Sprühpflaster zusprayen. Hält!
Grundwehrdienst – Bundeswehr – Sammlung von Fragen und Antworten.
Diese Seite stammt aus 2003/2004, als ich beim Bund war – Dennoch gut!
1. Einleitung
Als ich etwa 17 Jahre alt war, kam die Einladung zur Musterung und damit natuerlich unweigerlich die Registrierung als dt. Staatsbuerger, der sich zu Ersatz/Zivildienst oder Grundwehrdienst entscheiden soll.
Fuer mich stelle sich die Frage als Zivi nie, obwohl sich viele Vorteile boten: Man kann sich die Stelle selbst aussuchen, als auch gerne vor der Haustuer (ich kenne solche Leute).
Die bezahlung ist weit-aus besser, als GWDLer. Wenn man bedenkt, dass man am Anfang 220€ jeden Monat bekommt, ist das wirklich ein Hungerlohn. Viele Kameraden waren zu diesem Zeitpunkt arbeitstaetig, hatten ein Vielfaches des Lohns, den man bei der Bundeswehr bekommt!
Die 3 monatige Grundausbildung muss man nicht ueber sich ergehen lassen: Fuer manche ist es Spass, andere blicken gerne auf diese Zeit zurueck, so wie ich. Anderen “bekommt” es garnicht, und sie hassen diese Zeit.
Jedoch, der Hauptgrund, zur BW zu gehen, ist die Tatsache, dass man dies nur einmal im Leben macht!
Jeden, der ueber die BW spricht, sei es negativ oder positiv kannst du fragen :”Und? Warst du dabei? Wieso willst du mitreden?”
Und die Zeit mit dem geringen Verdienst geht auch rum, sei es nach 9 Monaten, wo man aufhoert, sei es nach 9 Monaten, wo man FWDL wird und mehr verdient.
2 Warum ich diese Seite erstelle
Als gemustert war, wurde fuer mich klar: Demnaechst gehts los!
Wann, war klar. Jedoch nicht wohin!
Ich hatte keine Vorstellung, wie die Zeit werden wuerde, was auf mich zukam, was ich evtl. mitnehmen sollte, wann ich heim kommen wuerden, usw..
Viele Fragen, die ich euch gerne beantworten werde!
3. Was tue ich oder lerne ich in der AGA? ( Allgemeine Grundausbildung)
Der Ausbildungsschwerpunkt waehrend der AGA liegt auf dem Gebiet des Lernens militaerischer Faehigkeiten.
Dazu gehoert z.B. Waffenausbildung, das bekannte Zerlegen und Zusammensetzen der Handwaffen der Soldaten.
Dazu gehoert z.B. das G3 / G36, die P1 oder P8, die MP3, die Panzerfaust, das MG.
Glaubt mir! Ihr werdet so oft die Waffen zerlegen, dass ihr das im Schlaf koennt.
Es gehoert dazu die Sicherheits / Funktionspruefungen, das richtige Zerlegen und Zusammensetzen der Waffen.
Weiter folgt eine Schiessausbildung, wo ihr mit P1/8, MG, G3/36, schiessen werdet. Die Uzi / MP3 werdet ihr womoeglich nicht schiessen.
In verschiedenen Entfernungen und Haltungen sollen verschiedenartige Ziele getroffen werden. Ganz spassig am Anfang, spaeter wirds routine. Schiessen werdet ihr im Durchschnitt 1x pro Woche. Waffen zerlegen ist fast jeden Tag dran.
Die Unterrichtung erfolgt Block / Stundenweise. Sodass etwa alle 40 Minuten ein anderes Themengebiet dran ist. Der Tag ist in einzelne Themenbloecke unterteilt: Vormittags z.B. Waffenausbildung, Nachmittags Sport, Abends Truppenkunde..
Sportausbildung war bei uns etwa ein bis zweimal die Woche fuer 2 Stunden, meistens Laufen.
Manche Wochen verliefen ohne Sport, dafuer sind wir oft auf den Standortuebungsplatz gelaufen, was durch die huegelige Lage doch SEHR anstregend war! Somit war dann Sport abgehakt.
Mal lernt ihr noch die Wach und Sicherungsausbildung. Wie ihr euch als Wache verhaltet, Streife geht, usw..
Die Sanitaetsausbildung ist eigentlich das einzige, was man fuer den zivilen Bereich mitnehmen sollte: Nicht nur, dass ihr verschiedene Wundarten, Verbaende, usw.. kennenlernt. Es ist vielmehr das, was ihr in eurem Fuehrerschein-Kurs zur 1. Hilfe gelernt habt, auf eine Woche ausgedehnt, verschaeft und erweitert. Wirklich mitnehmenswert.
Das bekannte “Bewebungsarten im Gelaende”, werdet ihr nach kurzer Zeit nicht mehr sehen koennen.
Ach, ein “Liebling” jedes Soldaten war die ABC-Ausbildung, lasst euch ueberraschen oder fragt bekanntet danach
Ueber die Hindernissbahn werdet ihr auch oefters und ein Biwak (Bundeswehr-Natur-Camping) fuer mindestens 5 Tage wird sich nicht vermeiden lassen.
Alles in allem ist die AGA sehr abwechslungsreich, man lernt wirklich viel, ist abends muede und schlaeft gut. Vieles muesst ihr selbst erfahren und ich kann euch nicht jedes Detail beschreiben. Es ist fordernd, anstrengend, aber nicht ueberfordernd. Wenn ihr gute Ausbilder habt, werden sie euch gelegentlich (aber sehr selten!) an eure koerperlichen Grenzen treiben, jedoch werden es gute Ausbilder NIE uebertreiben!
Diese 3 Monate werden *die* Monate sein, an die ihr euch ein Leben erinnern werdert. Entgegen Vielen, die sich nicht wohl in der AGA fuehlten, hat es mir Spass gemacht. Es war ne gute Zeit, aber ich war auch genauso froh, aus der AGA draussen zu sein!
4. Was mache ich in der anschl. Truppenverwendung
Der Dienst in der Truppenverwendung wird durch Routine bestimmt sein. Mal weniger, mal mehr. Und ich kann nicht genau sagen, was ihr machen werdet!
Je nach Schulbildung und erlernten Beruf, werdet ihr verschieden eingesetzt. Meistens kommen KFZ-Gesellen zur Inst. und Wartung. Leute mit Abi haeufig in Schreibstuben oder Geschaeftszimmer. Pauschal laesst sich das nicht sagen, da die Leute nur grob nach Abi / Schule / Ausbildung sortiert werden und dann nach benoetigtes Personal eingeteilt werden. Und: Dementsprechend wird euer Alltag aussehen und ich kann euch nicht sagen, was ihr genau machen werdet!
5. Verdienst / Sold
Der Sold staffelt sich nach Verweildauer und Dienstgrad. Als Kanonier bekommst du drei (ich lasse die Komma-Stellen weg) Monate lang 220 Euro, als Gefreiter 240 und als Obergefreiter 260 Euro. Dazu kommen 11 Euro, wenn du z.B. Wache, GvD, KvD, UvD hast und dies 24 Stunden tust. Die 11 Euro bekommst du jedoch nur, wenn du kein Kanonier mehr bist. Dann gibt es pro VOLLEN Tag, den du nicht an der Truppenkueche teilnimmst, 6 Euro Verpflegungsgeld. So z.B. Urlaub, Krankheit zu Hause, oder Samstag und Sonntag! Wohnst du weiter weg, bekommst du Kilometer-Geld. Was aber kaum ausreicht, um zweimal im Monat per Auto heimzufahren. Also, viel Geld ist es nicht. Du kannst das ganze Aufstocken, wenn du nicht an der Morgen und Abendverpflegung teilnimmst. Mittagsverpflegung ist Pflicht, es sei denn, es bestuende Moeglichkeit, dass du in der Mittagspause heimfahren kannst. Das werden wohl die Wenigsten koennen. Somit bekommst du im Monat ca 35 Euro dazu.
Als Beispiel: OG mit 260 Euro, 10 Tage im Monat volles Verpflegungsgeld mit 6 Euro, 35 Euro, da nur Mittags gegessen wird und 2 Dienste im Monat (Wache und UVD), macht: ca 380 Euro. Wobei hier kein Kilometergeld dabei ist.
Je nachdem wo du herkommst, welchen Dienstgrad du hast, ob du nur Mittags ist, und wieviel Dienste du hast, bekommst du den entsprechenden Lohn.
Als Zivi bekommst du locker mehr, aber das ist ein anderes Thema.
Was du als Soldat auf Zeit verdienst, spielt hier keine Rolle.
Wenn du mehr als 9 Monate dienst und verlaengert hast, bekommst du ca 600 Euro im Monat blank dazu. Daneben bekommst du noch ein paar Euro mehr fuer die Dienste. So hast du dann um die 1000 Euro pro Monat, wenn du laenger als 9 Monate bleibst.
Als Gefreiter kann man damit nicht leben. Wenn du verlaengert hast, schon etwas.
Es gibt noch die Unterhaltssicherungsbehoerde: Diese Zahlt dir diverse Dinge im Monat (Wohnung, Kinder, Rentenversicherung, und so weiter). Da solltest du dich bei deinem Rechnungsfuehrer erkundigen!
6. Was sollte ich zur 1. Woche mitnehmen?
Das Wohl wichtigste Thema!
Grob gesagt, ausser Zahnpasta, Seife und Zahnbuerste, nichts!
Ok, etwas mehr schon. Wir waren jedoch nach 2 Tagen schon voll eingekleidet gewesen.
Was ihr aber wirklich mitnehmen solltet:
*Pinzette, um Zecken zu entfernen
*Zecken / Insektenschutzmittel
*Schokolade und andere Suessigkeiten
*Pflaster
*Wachzeug, Rassierer, Duschgel, Shampoo
*Euer Handy und ne extra Karte mit genug Euro drauf um abends anrufen zu koennen
*geht in nen BW-Shop und kauft euch fuer ca 3 bis 4 euro ein olivenes T-Shirt. Im Sommer werdet ihr sehr viele dieser Dinger verbraten und werdet froh sein, wenn ihr ein viertes dabei habt
*Impf-Pass, Fuehrerschein, Personalausweis (WICHTIG!)
Viel mehr braucht ihr nicht. Kommt nicht auf die SAU DUMME IDEE, nen Reisekoffer voll mit Klamotten, Handtuecher, usw. mitzunehmen! Ihr seid ab Einberufungstermin SOLDAT! Es gibt alles, was ihr braucht, ausser Zahnbuerste, Pasta und Suesskram. Der Suesskram koennt ihr auch nocht im Mannschaftsheim kaufen.
Ich sah viele, die ganze Reisetaschen dabei hatten! Ich hatte nen kleinen Rucksack, mit ner Sporthose, Wachzeug. Das hatte auch gerade gelangt.
Um es nochmal zu sagen! Ihr werdet, ausser den Dingen, die ich euch genannt hab, nicht viel brauchen.
7. Wann komme ich zum Wochenende heim?
Ueblich ist eigentlich, dass man das 1. Wochenende nicht heimkommt oder zumindest samtags noch lang Dienst hat.
Wir kamen damals Samtags um 14 Uhr zum Zuge, heimzufahren.
Ueblich ist, dass Freitags zwischen 12 und 1 Uhr die Tore auf sind. Freitags ist immer noch Stuben und Revierreinigung und wenn die Stuffze Lust haben, wird mal noch ne Stunde laenger geputzt. Lasst euch nicht drueber Aergern. Wir hatten schon Wetten am laufen, wie lange wir blieben wuerden.
Zweimal blieben wir ne Stunde laenger. In 3 Monaten!
8. Wo werde ich zur AGA versetzt? Wo werde ich nach der AGA hin versetzt?
Wer das entscheidet,weiss ich nicht genau. Wohl das uebergeordnete Regiment, oder so. Auf eurem Einberufungsbescheid steht es spaetestens. Ihr koennt euch auch beim Kreiswehrersatzamt melden. Da erfahrt ihr es schneller und koennt euch drauf einstellen. Eine Moeglichkeit, das zu aendern habt ihr nicht.
Es ist auch gut Moeglich, dass ihr waehrend der AGA jeden Aben die Freundin besuchen koennt, in den naechsten 6 Monaten jedoch nur am Wochenende. Der gegenteilige Fall kann eintreten. Oder ihr habt das Glueck, dass in der Naehe von euch ne Kaserne ist.
Es werden auch leute z.B. nach Bayern zur AGA geschickt, obwohl zwei Kasernen keine halbe Stunde vom Wohnhort entfernt sind. Oftmals kommen sie aber auch wieder in die Naehe zurueck.
9. Wie lang hab ich Dienst waehrend der AGA?
Puh. Gute Frage! Das ist sehr unterschiedlich! Manchmal habt ihr ne Woche, wo bis 21 oder 22 Uhr noch Dienst ist. Oftmals ist um 16:45 Schluss. Das kann ich euch jedoch nicht im Voraus sagen. Nur soviel! Das laengste ist 22 Uhr, sodass ihr um 23 Uhr im Bett liegt. Das frueheste ist 1645 bei und gewesen.
10. Wie lang hab ich Dienst nach der AGA ?
Das ist fest geregelt:
0645 Anwesenheitskontrolle, anschliessen Stubeputzen
0710 Antreten / Befehlsausgabe
0730 bis 1630 Dienst in der Truppe
Je nach Regiment, Batallion, usw. verschiebt sich das etwas. Wenn ihr Pech habt, seid ihr in Schicht-Einheiten gelandet. So z.B. Funker oder Kuechenbetriebe. Das werdet ihr aber erfahren.
Ihr hab jedoch eine Rahmenstundenzeit. Die ist irgendwas um 40 Stunden.
11. Was ist Biwak?
Biwak ist das Bundeswehr-Camping. Ihr geht mit eurer Dackelgarage, baut die auf, huepft im Wald rum, esst Epak und so weiter. Ganz lustig. Etwa nach 2 bis 3 Tagen, bei 2 Stunden Durchschlaf, schaltet ihr so langsam an.
Ich moechte dazu nicht viel verraten. Nur soviel: Ist wird eine der anstrengendsten Zeiten sein ![]()
12. Wie ist das essen?
Kurz: Bei uns 1/4 ist zum kotzen (davon sind 90% freitags. Da gibts Fisch und Fisch mag ich nicht *g*. Also fragt da lieber jemanden, der Fisch mag). 2/4 sind ganz OK, 1/4 ist wirklich exzellent!
Man kann es essen, ganz selten gibts wirklich was, was nicht sehr gut ist. Die Mehrzahl ist sehr gut, gut gelungen und schmeckt gut! Fuer Kantinenessen ist es sehr gut und wenn man will, hat man immer nen dicken Bauch voll!
13. Werde ich Schulen besuchen?
Dies wird am Ende der AGA oder auch am Anfang der Truppenverwendung bekanntgegeben. Grundsätlzlich wird man auf technische Lehrgänge geschickt, wenn man in die Inst. oder Wartung geht. Bei versorgenden Tätigkeiten oder auch im Transportzug wird man auf Führerschein geschickt. Grob gesagt: Man lernt an Panzer oder Fahrzeugen zu schrauben und/oder wird auf Führerschein geschickt.
Es gibt noch Schulen, wo man als Buchhalter angelernt wird. Aber um’s kurz zu machen: Das, was man wissen brauch, wird einem gezeigt. PC-Kurse, oder Word, selbst, wenn man im Geschäftszimmer am PC sitzt, sind leider nicht drin.
Das finde ich schade, da man so wenigstens nen Nachweis für den späteren Arbeitgeber hätte
14. Was ist mit BFD?
Das ist der Berufsförderungsdienst den es für Soldaten auf Zeit, wie auf für Grundis gibt. Dort besteht die Möglichkeit, bestimmte Kurse zu besuchen. Bei SaZ können Umschulungen, Lehrgänge, Meister, usw. genutzt werden. Ich beziehe mich hier aber nur auf Grundis:
Es steht euch ein bestimmter Betragt zu, 1300 DM, was ca 650 Euro sind. Mit diesem Betrag können Kurse besucht werden.
Dies steht jedem Grundi zu. Für BFD gibt es 5 Tage Sonderurlaub, wer mehr als 5 Tage BFD als Grundi macht, muss seinen Erholungsurlaub dazu nutzen.
Das Angebot ist sehr unterschiedlich und sollte in jedem Kasernengebäude mit Wohnmöglichkeit liegen.
Ich kann es empfehlen, besonders bekommt man es bezahlt und hat dazu noch Urlaub.
15. Der erste Tag
War nicht so angenehm gewesen. Ich kam mir vor wie ein Stück Vieh, ohne Namen, nur ne Nummer. Sowieso fand ich die erste Woche das härteste an der ganzen BW-Sache, und zwar die ersten 3 Tage. Ich wär am liebsten weggelaufen.
Jedoch geht es jedem so ähnlich und nach kurzer Zeit ist es lang nicht mehr so extrem.
Ihr solltet auf jeden Fall pünktlich sein. Wenn ihr so gegen 9 kommt, seid ihr noch vor dem Mittagessen fertig und werdet hingeführt. Militärisch 15 min Zeit, aber ihr werdet noch lernen, schnell zu essen :=)
Am Anfang werden diverse Personalsachen durchgeführt, dann gabs Zimmer, stellt bloß keine Fragen zuviel und merkt euch das, was sie sagen, sei wichtig. Es war alles ein geordnetes Chaos und ging mir so auf den Nerv. Wir hatten am 1. Tag fast alle Klamotten schon und abends gabs den Maskenball.
Aber das werdet ihr selbst kennenlernen.
Um 10 war der Tag gelaufen und ich war froh, als ich im Bett lag.
Die nächsten Wochen wurden anstrengend, aber es ging. Es war ne gute Zeit, ich hab vieles gesehen, was ich wohl nie wieder in meinem Leben machen werde.
16. Die Musterung
Über das Thema gibt es so viele Gerüchte, vieles davon ist Quatsch! Es wird keinem am Arsch, Hoden oder Penis rumgefummelt.
Zuerst Personalsachen, dann gabs die Untersuchung der Ärztin. Wenn ihr hier Atteste habt, nehmt die auf jedenfall mit.
Sie fragt nach körperlichen Leiden, wird die Gelenke untersuchen, Rücken, usw..
Fragt, ob ihr Hämmorhiden habt (das wisst ihr sicher selbst), manche Ärtzte werden auch direkt schauen.
Das ist dann das bekannte “beugen sie sich bitte mal nach vorne”. Es werden die Hoden abgetastet. Da wird nicht rumgespielt, sondern nur auf Veränderungen, usw. geschaut. Das dient alles nicht dazu, um euch zu beschämen, sondern der Untersuchung. Also keine Panik. Wenn ihr nicht Beschnitten seid, wird evtl. noch geschaut, ob ihr eine Vorhautverengung habt. Das muss aber nicht immer sein.
Es folgt ein kurzer Sporttest, Vermessung, Höhrtest.
Zum Schluss gibts noch nen Eignungstest, und ihr könnt angeben, wofür ihr euch interessiert. Bei mir gings fast genau auf.
Also alles kein Thema der Panik. Die meisten dort sind eh zivil = normal drauf. Seid freundlich, sind die auch freundlich.
17. Wieviel Urlaub habe ich? Für was bekomme ich zusätzlich Urlaub?
Als W9 (Wehrpflichtig, 9 Monate), stehen euch 20 Tage Urlaub zu. Es gibt keine halben Tage, im Notfall könnt ihr auch mal ne Stunde früher, wenn es was wichtiges gibt. Samstags wird nicht gezählt, da ist ja auch kein Dienst.
Hebt euch wenigstens zwei Wochen auf, für BFD, Behörde, oder Bewerbungen!
Während der AGA könnt ihr keinen Urlaub nehmen.
Daneben gibt es Sonderurlaub: Für besondere Leistungen können 1 bis 3 Tage Urlaub gegönnt werden. Ich bekam mal 3 Tage. Es gibt Sonderurlaub bei Heirat, Todesfall, Geburt, usw. Sonderurlaub gibt es auch für Bewerbungsgespräche, Einstellungstests. Für BFD, Berufsförderungsdienst, gibt es bis 5 Tage.
Es gibt pro Quartal ein Ausgleichstag.
Alles in allem ist das nicht wenig. Maximal währen dann 20 Tage Erholung, 5 Tage BFD, 2 mal Quartal (währen der AGA gibt es das nicht), + Bewerbungsgespräche.
Als ich nach 9 Monate fertig war, hatte ich 36 Tage, wo ich “erlaubt nich in der Kaserne war” = BFD, Urlaub, Bewerbungsgespräche, Sonderurlaub bei besonderer Leistung, usw..
Nicht schlecht, oder? Dazu jetzt noch 6 Wochen Lehrgang und ihr hab eure 9 Monate hinter euch ![]()
18. Kleidung: Was bekomme ich? Wo kann ich es waschen lassen? Was, wenn etwas getauscht werden muss?
Erstmal hat jeder Soldat, sei es Mannschaft, Uffz, oder Offizier die gleiche Grundbekleidung. Das unterscheidet sich jedoch nach Einsatzort und Truppengattung. Sei es Luftwaffe oder Marine, Heer, Gebirgsjäger oder sonstwas.
Ohne die Zusatzausrüstung, wie ABC-Kram, Helm, hatten wir: 3 Hosen
4 Feldbluse
5 Socken
3 olive T-Shirt / Unterhemden
2 Stiefel
Unterwäsche konnte man die eigenen anziehen, oder die der BW nehmen, welche OK sind.
Das ist jetzt die Kleidung, die ihr immer anhaben werdet. Daneben gibt es noch Kälteschutz, Regenschutz, Ausgeh-Uniform, und vieles mehr..
Kleidung lässt sich auf der Wäsche und Bekleidungskammer waschen. Das dauert in der Regel eine Woche. Ich lasse z.B. meine Uniform immer dort waschen. Die bügeln das, legen es zusammen und es kommt in ner Tüte, so dass ich es gerade mal in den Spind legen muss. Unterkleidung, z.B. Unterhosen, Strümpfe, olivene Shirts lasse ich zu Hause waschen, da das alles oft getragen wird.
Falls mal etwas kaputt ist, kein Thema. Das wird zur Bekleidungskammer gebracht, falls vorhanden getauscht oder nähen gelassen. Dort bekommt man fast alles sogar neu. Ich war da währen der AGA ziemlich oft ![]()
19. Heimfahrten, Bahnfahrten, Bahn-Berechtigungsausweis
Heimfahrten sind kostenlos, so steht’s im Papier. Tatsache ist, dass man freitags mit Bahn heimfährt und sonntags oder montags wieder erscheint. Muss man mit Bus zum Bahnhof fahren, soll man die Belege sammeln. Das Geld gibts monatlich wieder auf das Konto zurück. Wer per Auto am Wochenende fährt bekommt, neben dem Entfernungsgeld, auch Kilometergeld. Das langt aber alles kaum, um zweimal im Monat heimzufahren, wenn ihr weiter weg wohnt. Den Bahnberechtigungsausweis gilt dazu noch als Bahncard. Ist nicht die Welt, aber ne Bahncard so kostet euch etwa 70 Euro
20. Tipps während der AGA gegen Blasen und wunde Stellen
Scheuerstellen gibts in den Stiefeln hinten an den Ferse und in den Turnschuhen die kleinen äusseren Zehen.
Bei den Schuhen helfen zwei paar Socken, die hab ich immmer noch an. Die betreffenden Stellen mit Tesaplast (das richtig eklig gut klebende nehmen!) zukleben. Dann empfehle ich noch Hirschtalksable. Da stinken und schwitzen die Füße nicht so.
21. Was ist mit Diensten am Wochenende?
Ihr werdet etwa zwei bis drei Dienste pro Monat haben. Im Regelfall. Manchmal wird es mehr sein.
Dabei werdet ihr etwas alle 2 Monate einen Tag am Wochenende in der Kaserne verbringen. Das schliesst natürlich Freitag-Nachmittag bis Sonntag ein. Mehr wird es nicht sein. In größeren Kasernen vielleicht alle 3 Monate und ein bis zwei Dienste.
Als Dienste gibt es:
KvD: Kraftfahrer vom Dienst von 13 bis 13 Uhr.
Schlafmöglichkeit optimal.
Uvd: Unteroffizier vom Dienst. Schlafmöglichkeit mittelmäßig von 0000 bis 0500.
GvD: Gefreiter vom Dienst. Schlafmöglichkeit schlecht. Von 1800 bis 2400 Uhr und von 0000 Uhr bis 0500 kann man auf dem Stuhl einnicken, nur sollte man nicht erwischt werden.
Wache: Schlafmöglichkeit mittelmäßig, gut, schlecht. Bei Kasernen, wo Streife gelaufen wird, ist es schlecht. Wird keine Streife gelaufen, ist es unterschiedlich. Ist man erster Torposten, steht man bis 24 Uhr am Tor, anschliessend pennt man von 24 uhr bis 6. Tagsüber kann man sich auch hinlegen, wechselt sich dabei ab.
Als Nacht-Torposten soll man von 19 uhr bis 24 Uhr ruhen, man ist dann von 24 Uhr bis 7 Uhr wach. Tagsüber kann man sich beim schlafen abwechseln.
Mehr Dienste kenne ich nicht. Ich mache am liebsten Wache. Auch wenn es als Torposten 1 extrem LANG ist von 18 bis 24 Uhr draussen zu stehen, kann ich wenigstens nachts schlafen.
22. Tipps gegen Blasen
Zuerst mal: Die Schuhe sind ganz gut. Bei Gebirsjägern wird natürlich ein anderes Modell getragen, als bei der Artillerie. Die eine Sorte geht nur bis Knoechel, die andere ist ziemlich hoch.
Ich beziehe mich auf die Stiefel der Artillerie.
Ihr solltet drauf achten, dass sie passen. Ist natürlich einfach gesagt, jedoch: Zu eng ist besser als zu weit.
Sind die Dinger zu weit, rutscht ihr beim gehen und es scheuert.
Am Anfang ist das Leder noch ziemlich hart. Tragt oft die Schuhcreme auf, lasst es über Nacht einwirken.
Denkt dran: Ihr habt zwei Paar. Wechselt mit diesen!
Ich hatte immer zwei paar Socken an. Der Schweiss wird besser aufgenommen und die Schuhe liegen enger an.
Wunde stellen hab ich bei mir und Kameraden nur an den Fersen erlebt. Dabei hilft eigentlich nur Vorsorge mit Panzertape. Einfach vorm Marsch drauf. Fertig.
Habt ihr euch doch Blasen gelaufen, oder wundgescheuert: Geschlossene Blasen solltet ihr mit ner sauberen Nadel aufstechen. Zum Schutz könnt ihr CompoMed Blasenpflaster auftragen.
Nachts sollte das Pflaster ab, damit die Blase trocknen kann.
Dies Rate ich aber nur bei grossen Dingern, bei kleinen Blasen tut’s auch ein Pflaster. Denkt dann aber dran:
Pflaster drauf und dann LeukoPlast oder Panzertape.
Hauptsächlich werdet ihr nur an den Fersen Blasen bekommen.
Zusätzlich könnt ihr auch versuchen, die Einlegesohle herauszunehmen. Bei mir hat das geholfen.
Und zieht die Stiefel fest an! Sobald ihr drin rutscht, scheuert es. Ich hab auch im Sommer immer zwei Socken angehabt. Dadurch staut sich der Schweiss nicht so schnell und es scheuert nicht.
An sich werdet ihr sonst groß keine Blasen in den Stiefeln bekommen.
Was ganz anderes stellen die Laufschuhe da. Klebt euch da auf jeden Fall die kleinen Zehe zu. Da bekommt ihr so schnell blutige Blasen, dass ihr mit Pflastern nicht nachkommt.
Welches Insektenschutzmittel kann ich für den Dienst in der Bundeswehr-Wildnis empfehlen
Ja. Das Zeugs dagegen braucht ihr.
Ok. Die Flieger, die in Holland an der See stationiert sind, vielleicht nicht. Aber übliche Infanterie brauch das schon.
Ich hab gute Erfahrungen mit ZEDAN gemacht. Das hielt 3 Monate lang Zecken, Ameisen und sonstiges Getier von mir.
Übrigens rochen mich die Kameraden 2 Meter gegen den Wind. Hat auch schon Vorteile. Aber das zeugs ruled wirklich.
Und schön ist: Ihr könnt es immer als “Waldtarnung” euren Kameraden verkaufen.
Probierts mal aus. Das zeugs ist 100% natürlich. Kein Bayer-Chemie-Scheiss der euch irgenwann die Haut abfallen lässt.